07. Januar 2026 • Quartalsausblick Q1 2026

Ein starkes Anlagejahr mit neuen Akzenten

2025 war geprägt von robusten Aktienmärkten, sehr starken Edelmetallen, stabilen Kreditmärkten und einer ausgeprägten Schwäche des US-Dollars.

Rückblick

Anleihen

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich im Verlauf des 4. Quartals in einer engen Bandbreite zwischen 3.94% und 4.21% und lag zum Jahresende bei 4.18%. Zu Jahresbeginn hatte sie noch 4.57% betragen. Deutlich stärker rückläufig entwickelten sich die Renditen am kurzen Ende der Zinskurve: die zweijährige US-Staatsanleihe schloss das Jahr bei 3.47%, nach 3.60% Ende September und 4.24% Ende Dezember 2024. Damit setzte sich der „Bull Steepener“ fort; die Renditedifferenz zwischen zehn- und zweijährigen Laufzeiten weitete sich weiter aus. Bemerkenswert war, dass sich die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen im Jahresverlauf kaum veränderte und Ende Dezember weiterhin bei über 4.80% lag.
Im September vollzog die US-Notenbank ihre erste Zinssenkung des Jahres 2025. Zwei weitere Schritte folgten Ende Oktober sowie im Dezember, sodass die Zielspanne für den Leitzins nun bei 3.50% bis 3.75% liegt. Die nächste Sitzung der US-Fed ist für den 28. Januar angesetzt. Eine Zinssenkung wird von der überwiegenden Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit nicht erwartet. Im weiteren Jahresverlauf rechnet der Markt mit zwei Zinssenkungen.

In der Eurozone rückten die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen im 4. Quartal näher zusammen. Besonders ausgeprägt war der Renditeanstieg in Deutschland, wo die Rendite von 2.71% auf 2.86% zulegte. In den übrigen Ländern fielen die Veränderungen gering aus: in Griechenland stieg die Rendite auf 3.48% (von 3.41%), in Spanien auf 3.29% (von 3.26%) und in Frankreich auf 3.56% (von 3.54%). In Italien hingegen ging die Rendite leicht auf 3.51% zurück (von 3.56%). Der Leitzins der Eurozone liegt derzeit bei 2.15%. An der nächsten planmässigen Sitzung der EZB am 5. Februar gilt ein Zinsschritt als unwahrscheinlich; im weiteren Jahresverlauf werden von Marktteilnehmern vereinzelt sogar Zinserhöhungen erwartet.

Im Vereinigten Königreich sank die Rendite 10-jähriger Gilts zum Jahresende auf 4.47%, nach 4.70% Ende September. Die Bank of England senkte den Leitzins im Quartalsverlauf auf 3.75%. Die nächste Sitzung der Notenbank ist für den 5. Februar angesetzt. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet der Markt mit zwei bis drei zusätzlichen Zinssenkungen.

In Japan stieg die Rendite zehnjähriger JGBs auf 2.07% (Ende September: 1.65%) und erreichte damit den höchsten Stand seit 1999. Die Bank of Japan erhöhte im Dezember den Leitzins auf 0.75%. Für das Jahr 2026 werden zwei bis drei weitere Zinserhöhungen erwartet.

In der Schweiz kam es im Quartalsverlauf zu moderaten Renditeanstiegen: die Rendite 10-jähriger Bundesobligationen stieg auf 0.32% (von 0.26%), die 5-jährige auf 0.17% (von 0.06%), während die 2-jährige Rendite weiterhin leicht negativ bei -0.04% lag (zuvor -0.11%). Der Leitzins liegt seit Juni 2025 bei 0.00% und wurde seither nicht verändert. Die nächste Sitzung der SNB findet am 19. März statt. Im weiteren Jahresverlauf werden derzeit keine Zinsschritte erwartet

Quelle: eigene Darstellung

 

Kredite

Die Kreditaufschläge für Hochzinsanleihen veränderten sich im 4. Quartal beidseits des Atlantiks kaum. In den USA lagen die Spreads zum Jahresende bei 2.81%, in Europa bei 2.70%. Während das allgemeine Zinsniveau in Europa – insbesondere in Deutschland – leicht anzog, blieben die längerfristigen Renditen in den USA weitgehend stabil.

Vor diesem Hintergrund legten die Preise von US-Hochzinsanleihen im Quartalsverlauf um 1.5% zu, während europäische Hochzinsanleihen ein Plus von 1.0% verzeichneten. Die Preise amerikanischer Investment-Grade-Anleihen stiegen um 0.8%, während ihre europäischen Pendants lediglich um 0.4% zulegten.

Im Jahresverlauf lagen US-Anleihen damit leicht vorne: die Preise von US-Hochzinsanleihen stiegen um 9.5%, während US-Investment-Grade-Anleihen ein Plus von 8.0% verbuchten. In Europa kletterten die Preise von Hochzinsanleihen um 4.9%, während Investment-Grade-Anleihen im Jahr 2025 um 3.1% zulegten.

In dem insgesamt risikofreundlichen Umfeld konnten auch andere Kreditsegmente überzeugen. Globale Wandelanleihen (in US-Dollar) legten im Quartal um 3.7% zu und erzielten auf Jahressicht ein Plus von 10.5%. Schwellenländeranleihen (ebenfalls in US-Dollar) stiegen im 4. Quartal um 2.9% und verzeichneten im Jahresverlauf einen Zuwachs von 12.9%.

Quelle: eigene Darstellung

 

Aktien

Die US-Börsen verharrten im letzten Quartal des Jahres zwar weiterhin in einem bullischen Trend, kamen jedoch im Verlauf des Monats November etwas ins Stocken. Zum Jahresende resultierte für den US-Leitindex S&P 500 ein Plus von 2.3%. An Heiligabend markierte der Benchmark mit 6‘932 Punkten sein 39. Allzeithoch im Jahr 2025. Der technologielastige Nasdaq Composite legte im Quartal um 2.6% zu.
Ein ETF auf die 50 grösstkapitalisierten Titel des US-Markts (XLG) stieg im 4. Quartal um 3.3%, während ein gleichgewichteter ETF (RSP), in dem jede der 500 Indexkomponenten des S&P 500 mit 0.2% gewichtet ist, lediglich um 1.0% zulegen konnte – ein Indiz für die anhaltend hohe Marktkonzentration.

Die europäischen Börsen schnitten im Quartalsverlauf deutlich besser ab: der paneuropäische STOXX 600 gewann 6.2%, der Swiss Leader Index (SLI) legte sogar um 8.3% zu. Dabei entwickelten sich insbesondere die beiden Schwergewichte Roche und UBS überdurchschnittlich positiv.

In Asien stieg der Shanghai Composite im 4. Quartal um 2.2%, während der japanische Nikkei 225 trotz eines restriktiveren Zinsumfelds um 12.0% zulegen konnte.

Im Jahresverlauf verbuchte der S&P 500 ein Plus von 16.4%, nach 23.3% im Jahr 2024 und 24.2% im Jahr 2023. Der Nasdaq Composite legte im Jahr 2025 um 20.4% zu. Der XLG ETF stieg seit Jahresbeginn um rund 19%, während der RSP ETF lediglich um 9.3% avancierte – ein Beleg für die Dominanz weniger Schwergewichte. In Europa erzielte der STOXX 600 ein Jahresplus von 16.8%, der SLI ein solches von 11.8%. In Asien betrugen die Jahreszuwächse 18.3% im Shanghai Composite, 27.8% im Hang Seng in Hong Kong sowie 26.2% im Nikkei 225.

Hervorzuheben ist auch die starke Performance der lateinamerikanischen Aktienmärkte, während die Börsen mehrerer Länder in Indochina – darunter Indonesien, die Philippinen, Thailand und Malaysia – vergleichsweise schwach abschnitten.

Unter den weltweit wichtigsten Aktienmärkten verzeichnete der KOSPI in Südkorea mit einem Plus von über 75% im Jahr 2025 die mit Abstand beste Performance. Am Tabellenschluss rangierte der Tadawul All Share Index in Saudi-Arabien mit einem Jahresminus von 13%.

Quelle: eigene Darstellung

 

Rohstoffe und Alternative Anlagen

Besonders augenfällig war der äusserst dynamische Kursverlauf von Silber ab Ende November. In den wenigen Handelstagen nach Weihnachten nahmen die täglichen Schwankungen mit Ausschlägen von rund 10% in beide Richtungen deutlich zu. Zum Quartalsende resultierte für das graue Metall ein beachtliches Plus von 52%. Der Goldpreis entwickelte sich mit einem Quartalsgewinn von 12.5% deutlich ruhiger. Kupfer beendete das 4. Quartal mit einem Plus von 17.6%.
Der Preis für Brent-Rohöl sank im Quartalsverlauf um 9.2%, von $67 auf knapp $61 pro Fass. Der Tiefststand wurde Mitte Dezember bei $59 erreicht.

Die grosse Story an den Finanzmärkten des Jahres 2025 war der aussergewöhnlich starke Anstieg des Silberpreises. Mit einem Jahresplus von 142% verzeichnete Silber das beste Jahr seit 1979. Auch Gold erzielte mit einem Zuwachs von 65% sein stärkstes Jahresergebnis seit Ende der 1970er Jahre.
Im Jahr 2025 legte der Kupferpreis um 42% zu – der höchste prozentuale Jahresanstieg seit 2009. Der Preis für Brent-Rohöl sank derweil im Jahresverlauf um über 18%, von $75 auf knapp $61 pro Fass.

Die beiden wichtigsten Kryptowährungen entwickelten sich im 4. Quartal negativ: Bitcoin (BTC/USD) verlor 23%, Ethereum (ETH/USD) sogar 28%. Auf Jahressicht resultierte damit ein Minus von 6% für Bitcoin beziehungsweise 11% für Ethereum.

Quelle: eigene Darstellung

 

Währungen

Der Schweizer Franken konnte im 4. Quartal gegenüber den wichtigsten Handelswährungen leicht an Wert gewinnen. Der Euro verlor 0.4% und fiel auf 0.931, der US-Dollar gab 0.5% auf 0.793 nach, während das britische Pfund um 0.3% auf 1.068 sank. Deutlich ausgeprägter war der Kursrückgang des japanischen Yen, der gegenüber dem Franken 6.0% einbüsste.

Für den US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Handelswährungen misst, war 2025 mit einem Rückgang von 9.4% eines der schwächsten Jahre.

Im Jahresverlauf wertete der US-Dollar gegenüber dem Franken um 12.6% ab. Das Währungspaar EUR/CHF zeigte sich mit einem Minus von 0.9% vergleichsweise stabil, während das britische Pfund gegenüber dem Franken 5.9% verlor. Der japanische Yen büsste seit Jahresbeginn 12.3% gegenüber dem CHF ein.

Innerhalb der Gruppe der wichtigsten Handelswährungen zeigte sich die schwedische Krone besonders stark und legte im Jahresverlauf um über 5% gegenüber dem Schweizer Franken zu.

Quelle: eigene Darstellung

“Silver bells, silver bells"
It’s Christmas time in the city (…)”
Jay Livingston und Ray Evans |
US-amerikanisches Weihnachtslied - 1950

Ausblick

Das Anlagejahr 2025 erwies sich insgesamt als ausserordentlich erfolgreich – sowohl für Aktien als auch für Unternehmens- und Hochzinsanleihen, insbesondere jedoch für Edelmetalle. Auf der Währungsseite stach vor allem die ausgeprägte Schwäche des US-Dollars gegenüber den wichtigsten Handelswährungen ins Auge. Auffällig war zudem, dass sich die Renditen am langen Ende der Zinskurven trotz umfangreicher Leitzinssenkungen durch die meisten Notenbanken kaum nach unten bewegten.

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA vor 2027 wird von der Prognoseplattform Kalshi.com derzeit mit 21% beziffert (Stand: 5. Januar 2026). Eine Rezession wird dabei gemeinhin als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wirtschaftswachstum definiert.

Gemäss dem GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta lag das US-Wachstum im 4. Quartal 2025 bei 2.7% (Stand: 5. Januar 2026). Im 3. Quartal hatte das Wachstum mit 4.3% überraschend stark ausfallen können – der höchste Wert seit zwei Jahren – nach 3.8% im 2. Quartal und einer ursprünglichen Prognose von 3.3%.

Auch auf der Inflationsseite fielen die jüngsten Daten günstiger aus als erwartet. Im November lag die Gesamtinflation bei 2.7%, die Kerninflation bei 2.6%. Gemäss dem Inflation Nowcasting-Modell der Cleveland Fed dürfte die Gesamtinflation im Dezember 2025 auf 2.57% und im Januar 2026 weiter auf 2.27% zurückgehen (Stand: 5. Januar 2026). Damit läge die Teuerung zwar weiterhin leicht über dem Zielwert von 2.00%, die Richtung wäre jedoch klar rückläufig.

Dieses nahezu ideale Zusammenspiel aus solidem Wachstum und nachlassendem Inflationsdruck bildet grundsätzlich einen günstigen Nährboden für Risikoanlagen wie Aktien. Gleichzeitig dürfte ein sich graduell abschwächender Arbeitsmarkt der US-Notenbank zusätzlichen Spielraum eröffnen, die Leitzinsen im weiteren Jahresverlauf moderat zu senken.

Im internationalen Vergleich präsentieren sich die Zinserwartungen jedoch etwas restriktiver. Mit Ausnahme der US Federal Reserve und der Bank of England rechnen die Märkte für 2026 derzeit kaum noch mit weiteren Zinssenkungen.

Zur Vorsicht mahnt allerdings, dass nach drei sehr starken Börsenjahren die Stimmen der Pessimisten weitgehend verstummt sind. Die Mehrheit der Banken und Brokerhäuser erwartet für 2026 erneut steigende Aktienkurse – obwohl insbesondere das zweite Jahr im US-Präsidentenzyklus historisch häufig von negativen Überraschungen geprägt war.

Nichtsdestotrotz rechnen wir für das 1, Quartal 2026 in den USA mit einem Goldilocks-Szenario aus robustem Wachstum und weiter rückläufiger Inflation. In Europa erwarten wir hingegen ein Reflationsszenario mit positivem Wirtschaftswachstum, aber leicht anziehenden Inflationsraten. Dieses Umfeld dürfte die Kursentwicklung von Risikoanlagen – zumindest mittelfristig – weiter unterstützen.

 

Anleihen

Die langfristigen Renditen von Staatsanleihen werden in erster Linie durch Wachstums- und Inflationserwartungen bestimmt. Ein tieferes Wirtschaftswachstum oder rückläufige Inflationsraten führen dabei in der Regel zu sinkenden Renditen und entsprechend steigenden Anleihekursen. Zwar gehen wir derzeit weder in den USA noch in Europa von einer ausgeprägten Wachstumsabschwächung aus. In den Vereinigten Staaten erwarten wir jedoch weiter nachlassenden Inflationsdruck.

Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir mittel- bis längerfristige US-Staatsanleihen. Sie dienen zugleich als Absicherung gegen Aktienmarktrisiken, sollte sich das Wachstum überraschend eintrüben. Unterstützend wirkt zudem, dass die Positionierung der Investoren in Staatsanleihen derzeit historisch betrachtet ausserordentlich niedrig ist.

Zur Absicherung gegen unerwartete Inflationsschocks – von denen wir aktuell allerdings nicht ausgehen – halten wir eine kleinere Position in inflationsgeschützten Anleihen.

 

Kredite

Das makroökonomische Umfeld bleibt grundsätzlich günstig für Unternehmensanleihen. Allerdings entschädigen die aktuell sehr tiefen Kreditaufschläge im Hochzinssegment nur unzureichend für die eingegangenen Risiken. Wir bevorzugen daher Investment-Grade-Anleihen, bei denen das Verhältnis von Risiko und Ertrag ausgewogener erscheint.

Eine selektive Diversifikation in Schwellenländeranleihen kann zur Rendite- und Diversifikationssteigerung beitragen und erscheint prüfenswert.

 

Aktien

Für das 1. Quartal 2026 bleiben wir gegenüber Aktien vorsichtig optimistisch eingestellt. Zwar sind die Pessimisten an den Märkten weitgehend verstummt – was aus konträrer Sicht als Warnsignal interpretiert werden kann – und die Bewertungen, insbesondere in den USA, sind nicht mehr günstig. Gleichzeit ist die Positionierung am Futures-Markt aber weiterhin bemerkenswert zurückhaltend, sodass von einem Zustand „irrationalen Überschwangs“ bislang keine Rede sein kann.

Regional erscheint uns Europa derzeit etwas attraktiver als die USA. Beidseits des Atlantiks bevorzugen wir den Rohstoff- und Energiesektor sowie Finanz- und Industrieunternehmen. Bei nicht-zyklischen Konsumgütern bleiben wir hingegen zurückhaltender.

Darüber hinaus erachten wir ein selektives Engagement in Schwellenländern als interessant. Insbesondere Lateinamerika könnte von einer neu akzentuierten „Monroe Doctrine“ sowie von einem politischen Rechtsrutsch im Jahr 2026 profitieren.

 

Rohstoffe

Das makroökonomische Umfeld dürfte die Preisentwicklung von Edelmetallen weiterhin günstig beeinflussen. Die steigende Staatsverschuldung in vielen Ländern sowie eine tendenziell lockerere Geld- und Fiskalpolitik sprechen für strukturelle Unterstützung. Hinzu kommt, dass geopolitische Spannungen und politische Unsicherheiten die Nachfrage nach Edelmetallen als Wertaufbewahrungs- und Absicherungsinstrument hoch halten dürften.

Die nachfolgende Tabelle illustriert die monatliche Preisentwicklung von Gold (in USD) über die vergangenen 20 Jahre.

Quelle: eigene Darstellung; Stand: 2. Januar 2026

Die ausgeprägte Saisonalität spricht weiterhin für Edelmetalle: die Monate Januar und Februar – und in den vergangenen vier Jahren auch der März – fielen historisch betrachtet besonders positiv für Gold aus. Gleichzeitig bleibt die Positionierung am Futures-Markt im historischen Vergleich eher zurückhaltend, was aus konträrer Sicht als unterstützender Faktor zu werten ist. Vor diesem Hintergrund halten wir unverändert an einer strategischen Position in Gold sowie – in geringerem Umfang – in Silber fest.

Der Kupferpreis notiert derzeit auf rekordhohen Niveaus. Kurzfristig gehen wir jedoch von einer Konsolidierung aus. Die ausgesprochen bullische Positionierung am Futures-Markt mahnt zur Vorsicht, auch wenn die langfristigen Fundamentaldaten intakt bleiben.

Demgegenüber könnten die Erdölpreise positiv überraschen, obwohl der mittelfristige Trend weiterhin nach unten gerichtet ist. Die vergleichsweise moderate Positionierung am Futures-Markt spricht für ein asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil nach oben.

 

Währungen

Wir gehen davon aus, dass die Stärke des Schweizer Frankens im 1. Quartal 2026 anhalten wird. Neben dem CHF könnten auch der japanische Yen und das britische Pfund positiv überraschen, nicht zuletzt aufgrund der derzeit eher negativen Positionierung am Futures-Markt.

In einem zunehmend angespannten geopolitischen Umfeld wird das Vereinigte Königreich zwar als verlässlicher Verbündeter der USA wahrgenommen; gleichzeitig gilt das britische Pfund aber auch als erste Alternative zum US-Dollar. Sollte die Bank of England die Leitzinsen weniger stark senken als derzeit vom Markt eingepreist, würde dies dem Pfund zusätzlichen Rückenwind verleihen. Hinzu kommt, dass die von uns derzeit bevorzugten Aktiensektoren – Rohstoffe, Energie und Finanzwerte – im britischen Aktienmarkt überdurchschnittlich stark vertreten sind.

Für den japanischen Yen spricht neben der extrem negativen Positionierung am Futures-Markt auch seine Rolle als klassiche „Safe-Haven“-Währung. In einem Umfeld erhöhter geopolitischer Unsicherheit sowie weiterer Zinserhöhungen durch die Bank of Japan dürfte der Yen profitieren. Zudem erscheint die Währung auf Basis der Kaufkraftparität langfristig deutlich unterbewertet.

Beim Währungspaar EUR/USD rechnen wir mit einer Abschwächung des Euro, da sich die vom Markt erwarteten Zinserhöhungen der EZB im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich nicht materialisieren dürften.

Schlussfolgerung

Zu Beginn des Jahres 2026 präsentiert sich das Marktumfeld insgesamt weiterhin günstig. In den USA sprechen solides Wirtschaftswachstum und rückläufige Inflationsraten für ein unterstützendes Umfeld für Risikoanlagen. In Europa erwarten wir ein Reflationsszenario mit moderatem Wachstum und leicht steigenden Inflationsraten.

Staatsanleihen behalten in diesem Umfeld ihre stabilisierende Funktion, insbesondere US Treasuries. Im Kreditbereich rechtfertigen die sehr engen Spreads eine vorsichtige Haltung gegenüber Hochzinsanleihen, während Investment-Grade-Anleihen attraktiver erscheinen.
Bei Aktien bleiben wir vorerst vorsichtig optimistisch positioniert und geben Europa einen leichten Vorzug gegenüber den USA. Beidseits des Atlantiks bevorzugen wir Rohstoff-, Energie-, Finanz- und Industrieunternehmen. Edelmetalle behalten ihren strategischen Stellenwert als Absicherung gegen geld- und geopolitische Risiken.
Auf der Währungsseite dürfte der Schweizer Franken weiterhin zur Stärke neigen. Zudem könnten GBP und JPY positiv überraschen.

“Jemand sitzt heute im Schatten, weil vor langer Zeit jemand einen Baum gepflanzt hat.“
Warren Buffett